Pfarrkirche St. Michael in Pfaffenhofen an der Glonn
Restaurierungsthematik Wandmalerei
Leistungsinhalte
- Abnahme von Übermalungen über Ammoniumkarbonatkompressen
mittels Mikrodampstrahler
- Kittung von Fehlstellen mit Kalkmörtel
- Retusche der Fehlstellen in Srichretusche mit Pigmenten in Kalksinterwasser
- Rekonstruktion größerer Fehlbereiche
Projektmitarbeit Dipl. Rest. Ralph Spies; Auftraggeber Gemeinde Pfaffenhofen
Ausführungszeitraum 2005 -2006
Objektdaten
Blickfang in der Kirche sind die Deckengemälde, die von den
Künstlern Johann Adam Schöpf und Sohn Johann Nepomuk um 1765/72 geschaffen
worden sind.
Das Langhausgemälde, das dem Vater Johann Adam Schöpf zugeschrieben
wird, stellt im Osten die drei göttlichen Tugenden, den Sturz der aufrührerischen
Engel durch den Kirchenpatron St.Michael und ein Engelskonzert dar. Um die Fresken
ist ein mächtiges Scheingewölbe gemalt. Zwischen den Bildern rautenförmige
Kassettenmuster mit blauen Blüten, Engel, Schriftkartuschen und mit Agaven
bepflanzte Vasen.
Die prachtvolle Innenausstattung des 18. Jh. ist auf die Zugehörigkeit
zum Kloster St.Ulrich und Afra zurückzuführen.
Die Schöpfs hatten auch in der Kirche von Egenburg gemalt, deshalb weisen
die Deckenfresken große Ähnlichkeit auf. Die Stilrichtung wendet
sich schon von Rokoko ab hin zur Frührenaissance. Typisch ist das ausgeprägte
architektonische Formenrepertoire (Scheinarchitektur) in den Gemälden,
das für Oberbayern eher ungewöhnlich ist.
Die Gemälde wurden 1889, 1933 und 1976 restauriert. 1933 wurde auch die
Decke des Anbaues durch Hans Pfohmann im Stile der früheren Fresken ornamental
gestaltet.