Stiftskirche St. Cyriacus in Gernrode/Harz - Wandmalereien in der Westapsis

Restaurierungsthematik Wandmalerei

Leistungsinhalte
- Voruntersuchung
- Schadensanalyse (Ermittlung von Salz- und   feuchtebedingter sowie klimatischer Einflußfaktoren
- Archivrecherche
- Erstellen eines Restaurierungskonzeptes
- Reinigung der Malerei
- Festigung
- Schließen von Fehlstellen
- Retusche und Teilrekonstruktion der Malerei

Projektleitung Dipl. Rest. Ralph Spies (Gramann, Schwieger und Spies GbR); Auftraggeber Evangelische Kirchengemeinde Gernrode

Ausführungszeitraum 2003 - 2004

Objektdaten
Die Ausmalung der Westapsis ist nach Entwürfen des ersten preußischen Generalkonservators Ferdinand von Quast 1864 ausgeführt worden.
Die Westapsis ist in drei horizontal gegliederte Bildzonen unterteilt. In der unteren Bildzone sind figürliche Abbildungen der brandenburgischen und anhaltinischen Fürsten dargestellt. In der darüber befindlichen horizontal gegliederten Bildfläche sind Aposteldarstellungen im Stile der oberitalienischen Quattrocento-Malerei abgebildet sowie Darstellungen von Auferstehenden, Engel mit Trompeten und Szenen aus dem jüngsten Gericht.
In der Kalotte befindet sich über dieser Szenerie die Darstellung des Christus als Weltenrichter. Flankiert wird diese Darstellung von den Evangelistensymbolen, Apostel- und Heiligendarstellungen darüber befinden sich Engelsfiguren auf einem Wolkenband.
Ähnlich wie bei anderen Restaurierungsbauten, wie der Neuwerkkirche in Goslar erarbeitete v. Quast die Entwürfe selber. Für die figürlichen Arbeiten in der Westapsis konnte er, wie in Goslar, den Maler Fischbach gewinnen. Nach Einschätzung des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt handelt es sich bei der Ausmalung um eine der bedeutendsten, in diesem Umfang erhaltenen Ausmalungen des 19. Jh. in dieser Region.